Attacke auf „Altparteien“ und „Asylindustrie“

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von Timo Aichele

Attacke auf „Altparteien“ und „Asylindustrie“

Volles Haus bei der AfD-Veranstaltung: Landeschef Petr Bystron sprach vor 90 Zuhörern.

Erding – Petr Bystron nahm sich alle vor: Das „links-grün versiffte Deutschland“. Die „Asylindustrie“ – sie bereichere sich daran, Flüchtlinge möglichst lange in Verfahren zu halten. Die „staatstragenden Medien“ – sie müssten der Bundesregierung nach dem Mund reden. Die „Altparteien“ – sie machen nach seiner Schilderung Druck auf Kneipen, damit sie der AfD keinen Raum geben. Dieses Problem hatte die Alternative für Deutschland in Erding allerdings nicht. Der Landesvorsitzende sprach am Montagabend im Nebenzimmer des Gasthauses Zur Post vor etwa 90 Zuhörern. Sie applaudierten kräftig und oft.

Weitere 20 hätten in dem Zimmer keinen Platz mehr gefunden, erzählte Wolfgang Kellermann. Der frühere Republikaner-Stadtrat hatte die Veranstaltung organisiert. Etwa 90 Mitglieder, jeweils zur Hälfte aus beiden Landkreisen, habe der AfD-Kreisverband Erding-Ebersberg, berichtete Schriftführer Kellermann. Bystron’s Fans kamen aber auch von weiter her, unter anderen waren Schlachtenbummler aus Schongau im Publikum.

Laut Bystron sei die AfD „die Partei, die sagt, was das Volk wirklich denkt“. In Anspielung auf die Erfolge anderer nationalkonservativer Parteien sagte er: „Wir sind – mit Trump – Teil einer weltweiten Bewegung.“

Das durchschnittliche Einkommen einer deutschen Familie liege bei 35 000 Euro brutto, rechnete der AfD-Politiker vor. Nach seinen Angaben sei das ebensoviel wie die „Kosten für einen Asylanten pro Jahr“. Das sei der „Unsozialstaat auf Kosten der deutschen Bevölkerung“, sagte Bystron, der selbst anerkannter Asylbewerber ist. 1987 waren seine Eltern aus der Tschechoslowakei geflohen und hatten in Deutschland politisches Asyl beantragt.

Bystron machte sich über mehrere etablierte Parteien lustig, vor allem über die CSU: „Horst Seehofer ist der beste Pressesprecher der AfD. Die CSU hat unser ganzes Programm geklaut“, erklärte der AfD-Landeschef. Rechts von der CSU sei heute genug Platz für eine demokratische Partei. „Franz-Josef Strauß hätte die Grenze dicht gemacht“, sagte er.

Vor allem gegen die Alt-68er ätzte der 43-Jähtige. „Wer hat das Frauenbild definiert in Deutschland? Eine solche hässliche Kröte wie Alice Schwarzer, eine militante Lesbe“, schimpfte er unter Beifall. „Bei uns in der AfD besteht eine Familie aus Vater, Mutter Kind.“

In Anspielung auf den nach früheren Angaben angeblich so gut integrierten Attentäter von Würzburg, rief Bystron: „Wo sollen die Schüsse fallen? In unseren Innenstädten oder an der Grenze?“. Auch das quittierten die Zuhörer mit kräftigem Applaus. In der späteren Diskussion wurden auch Zuhörer deutlich. Ein Frau forderte statt Integrationskursen „Ent-Islamisierungskurse“. Da widersprach Bystron immerhin. Er halte Religionsfreiheit für richtig. Glaube sei Privatsache, dafür brauche es keine Vollverschleierung.

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