Merkel als Kanzlerkandidatin der CSU: Wahlkampfhilfe für AfD

Show all SZ: „Trumps Krieg mit der vierten Gewalt“
März 12, 2014
Führende AfD-Politiker warnen vor Spaltung ihrer Partei
April 30, 2014
von Petr Bystron, The Huffington Post, aktualisiert am 08.02.2017

Merkel als Kanzlerkandidatin der CSU: Wahlkampfhilfe für AfD

Angela Merkel wurde zur offiziellen Kanzlerkandidatin der CSU ausgerufen. Was für eine Peinlichkeit! Ausgerechnet die Feindfigur der CSU der letzten Monate. Woche für Woche mühen sich die CSU-Recken in München nach Kräften, den Eindruck zu erwecken, als gäbe es bei der CSU noch einen Rest an Eigenständigkeit von der CDU.

Ja sogar die alte Idee einer bundesweiten Ausdehnung der CSU wurde geschickt an die Öffentlichkeit lanciert, als wäre es jemals wirklich eine ernsthafte Option gewesen. Alle sollten denken, die CSU macht ja noch was gegen den Linksruck der CDU. Und nun: Die totale Kapitulation, das peinliche Eigeständnis der völligen Selbstaufgabe.

Die CSU ist ein Opfer der Macht-Geilheit ihrer eigenen Funktionäre. Der Machterhalt, das Verbleiben in der Regierung hat in den letzten Monaten immer gegen die Interessen des Volkes und auch gegen die Interessen der eigenen Mitglieder obsiegt. Bayerische Kommunen mussten die größte Last der Migrationswelle tragen.

Verursacht durch Fehlentscheidungen im Kanzleramt, kollektives Versagen des Parlaments und eine in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands beispiellose Anhäufung von Vertrags- und Rechtsbrüchen der Bundesregierung.

Die CSU-Minister in der Regierung Merkel sind auch deswegen so handzahm, weil sie niemand braucht.

Das Problem erkannt hat die CSU Spitze schon. Immerhin rief Seehofer an die Adresse Merkels zu, sie habe das Land in die „Herrschaft des Unrechts“ gestürzt. Doch unternommen hat er freilich nichts. Egal wie laut die Klagen der eigenen Gemeinde-, Stadt- und Landräte waren, die CSU-Minister in der Regierung Merkel blieben brav sitzen, spielten weiter mit.

Die Regierung verlassen? Undenkbar! Sich bundesweit aufstellen? Oh Gott, dann würde die CDU nach Franken kommen und weg wäre der letzte Rest der alten CSU-Herrlichkeit, nämlich die absolute Mehrheit bei den Landtagswahlen.

Bundesweit ist die CSU jetzt schon bedeutungslos. Die CSU-Minister in der Regierung Merkel sind auch deswegen so handzahm, weil sie niemand braucht. SPD und CDU kämen rechnerisch auch ohne die CSU aus. Die Bayern sind nur ein Anhängsel am Rockzipfel von Mutti.

Die SPD holt Ihren Kanzlerkandidaten aus der Reste-Rampe der deutschen Politik – dem EU Parlament.

Statt einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, bedient sich die CSU der verbrauchten Merkel. In ihrer Einfallslosigkeit ähnelt die Union der SPD. Diese führte gerade eine seit Mai letzten Jahres vorbereitete Personalrochade durch. Aus Außenminister Steinmeier wurde Bundespräsidenten-Kandidat, auf seinen freien Platz im Außenministerium setzte sich der Parteivorsitzende Gabriel, auf dessen leeren Platz im Wirtschaftsministerium die Zypries.

Der größte Clou bleibt freilich die Berufung des seit Wochen in Brüssel verzweifelt nach einem Pöstchen suchenden Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten. So weit ist es mittlerweile mit der SPD, dass sie den Kanzlerkandidaten aus der Reste-Rampe der deutschen Politik, dem EU-Parlament, holen muss.

Andere Parteien entsorgen ihre Altpolitiker gewöhnlicher weise nach Brüssel. Für die SPD ist es ein Reservoir für Hoffnungsträger und Kanzlerkandidaten.

Hier wie da das gleiche Phänomen. Altes Personal hin und her schieben, die eigenen katastrophalen Fehler völlig ausblenden, gut Wetter machen bei der Bevölkerung.

„Deutschland ist innen- wie außenpolitisch eine Insel der Stabilität“, behauptet Seehofer von einem Land, das durch den Alleingang von Merkel bei der Migration in Europa völlig isoliert ist, einem Land, das letztes Jahr durch mehrere islamistische Attentate erschüttert wurde, bei denen insgesamt dreizehn Menschen umgebracht und an die sechzig zum Teil schwer verletzt wurden. „Wir haben eine vorzügliche Kanzlerin“, dichtet Seehofer weiter. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Einige Kreisverbände der CSU wollen lieber Wahlkampf für die AfD machen, statt für Merkel.

Diese Abgehobenheit von der Bevölkerung, die völlige Ignoranz gegenüber der eigenen Basis ist Wasser auf die Mühlen der AfD. Die Altparteien treten auf der Stelle, lassen keinerlei Perspektive erkennen, dass sich etwas in diesem Land ändert.

Dabei sind große Teile der Bevölkerung unzufrieden, wollen eine Änderung – in der kopflosen Geldpolitik, bei der unverantwortlichen Zuwanderungspolitik, bei der inneren Sicherheit. Gerade die Mittelschicht wünscht sich einen Wechsel. Die Antwort des Establishments: Merkel alternativlos.

Die Reaktion der CSU-Basis: ganze Kreisverbände weigern sich, Wahlkampf zu machen. Einige bieten an, der AfD beim Plakatieren zu helfen. Es brodelt. Und die AfD plakatiert großflächig: „Wer CSU wählt, bekommt Merkel“.

http://www.huffingtonpost.de/petr-bystron/merkel-als-kanzlerkandidatin-der-csu-wahlkampfhilfe-fur-afd_b_14635192.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.